Buchens Heimserie überdauert die närrischen Tage

Handball-Bezirksliga: Tolle Stimmung und ein Buchener 27:23-Sieg gegen die HSG Hohenlohe II

Wenn der „Kerl wach uff!“ durch das Gemäuer der Sport- und Spielhalle scheppert und sich auf der Tribüne ein buntes Fleckchen-Meer versammelt, dann liegt das in aller Regel daran, dass Buchens Handballer zu ihrer Huddelbätz-Party geladen haben. Die sportliche Bilanz bei der Traditionsveranstaltung kann sich aus Buchener Sicht sehen lassen, doch erst im vergangenen Jahr musste der TSV Buchen an selber Stelle eine schmerzhafte Niederlage gegen die Nachbarn aus Neckarelz hinnehmen. Dieses Jahr war die HSG Hohenlohe II die Mannschaft, die den Huddelbätzen einen Strich durch ihre närrischen Feierlichkeiten machen wollte. Getragen von toller Stimmung auf den prall gefüllten Rängen ließen sich Buchens Jungs in diesem Jahr jedoch die Punkte nicht entreißen und eilten mit 27:23 Toren zum zwölften Heimsieg in Folge.

Die Spielgemeinschaft aus Öhringen und Pfedelbach, die derzeit im unteren Drittel der Tabelle angesiedelt ist, stand dem Tabellendritten aus Buchen in der Anfangsphase in nichts nach. Mehrfach wechselte die Führung, bis nach 14 Spielminuten mit dem 6:6 die Ausgangssituation wiederhergestellt war. Es folgte ein Spielabschnitt, in dem stellenweise wieder aufblitzte, was Buchen noch in der Hinrunde so stark machte: Der Abwehrverbund um Simon Röckel mischte Beton an, die HSG kam kaum noch zu Abschlüssen und falls doch einmal ein Geschoss aufs Tor flog, war Fabian Nirmaier zwischen den Pfosten zur Stelle. In Quarterback-Manier brachte er die eroberten Bälle dann zentimetergenau an seine davoneilenden Vorderleute und so konnte das Ergebnis in weniger als sechs Minuten auf 12:6 hochkorrigiert werden. Statt den Sack jedoch bis zur Halbzeitpause zuzumachen, erlaubte sich Buchen nach dem furiosen Zwischenspurt eine kleine Schwächephase. Diese wussten die Gäste, angeführt von Spielertrainer Petros Kitsikoudis, für sich zu nutzen und verkürzten den Rückstand zwischenzeitlich wieder auf lediglich zwei Tore. Für Buchens Coach Sebastian Wiener war dies Grund genug, eine Auszeit zu nehmen und seine Spieler für die letzten Minuten der ersten Hälfte neu einzustellen – mit Erfolg, denn bis zur Pause konnte man wieder auf 16:12 davonziehen.

Die ersten 30 Minuten zeigten deutlich, dass die HSG Hohenlohe dazu in der Lage ist, Verschnaufpausen des Gegners gnadenlos auszunutzen. Auf dem 4-Tore-Vorsprung wollte man sich also keinesfalls ausruhen, sondern den Kontrahenten weiter mit Tempo-Handball zu fordern. Trotzdem erwischte Hohenlohe den besseren Start in die zweite Halbzeit. Beim Spielstand von 17:15 hatten die Gäste dann sogar die Möglichkeit, per Siebenmeter zum Anschlusstreffer zu kommen, doch Michael „Theo“ Theobald parierte den Strafwurf souverän und leitete damit wiederum die Trendwende ein. Buchen schien das Spiel dann mehr und mehr im Griff zu haben und baute den Vorsprung über 21:16 und 25:18 kontinuierlich aus. Dass der Endstand mit 27:23 dann doch relativ eng ausfiel, war wohl der Tatsache geschuldet, dass die Konzentration der Akteure ungefähr fünf Minuten zu früh abfiel. Dem närrischen Jubel tat dies aber keinen Abbruch und man durfte sich über verdiente zwei Punkte freuen.

Nach zwei Heimspielen in Folge steht am kommenden Wochenende wieder eine schwere Auswärtsaufgabe an. Um am Samstag beim TSV Weinsberg II zu bestehen, wird noch eine Leistungssteigerung nötig sein. Vor allem aber muss über 60 und nicht nur 50 Minuten eine Top-Leistung abgerufen werden. Danach sieht der Bezirksliga-Spielplan gleich zwei spielfreie Wochenenden für den TSV Buchen vor, weshalb das nächste Heimspiel erst am 20. Februar stattfinden wird.

Es spielten und trafen: Nirmaier, Theobald (beide Tor), Kraus (1), Kraft (3), Gremminger (2), Grollmuss (4), Beck (5), Beuchert (3), Weis, Röckel (7 Tore/davon 1 Siebenmeter), Weimer (2).