Wieder nicht belohnt

Landesliga Handballer liefern ab und ziehen trotzdem den kürzeren – Nächsten Sonntag in Bammental

 

Der Saison-Endspurt steht für die 1. Mannschaft der Buchener Handballer im Zeichen des Abstiegskampfs. Nach einer zweiwöchigen Pause in der man vor allem den direkten Konkurrenten dabei zuschauen musste, wie diese in teils wunderlich anmutenden Spielen, mit noch wunderlicheren Ergebnissen Punkte einsackten, ging es am vergangenen Samstag nach Friedrichsfeld.

Vor dem mit einigen altgedienten Badenligaakteuren gespickten Team war man gewarnt. In der Partie in Buchen machte man viel zu viele eigene Fehler und diese wurden von den Routiniers konsequent bestraft. Zur Halbzeit lag man damals 11:17 zurück und konnte die Partie trotz sehr guter zweiter Hälfte nicht mehr drehen, sodass am Ende eine 29:32-Niederlage stand.

Mit dem Eindruck des Hinspiels wollte man die Scharte in fremder Halle auswetzen und hatte sich einiges vorgenommen für den Aufgalopp zu den entscheidenden Spielen der Saison 2016/17. Die Partie begann jedoch denkbar ungünstig für den TSV, denn die Hausherren legten zum Auftakt gleich einen 3:0-Lauf aufs Parkett. Doch mittlerweile lassen sich die im Vergleich Landesliga-Unerfahrenen Buchener nicht mehr allzu schnell aus der Ruhe bringen. Konsequentes Spiel und Zug zum Tor brachten den Ausgleich und nach knapp Zehn Minuten die Führung zum 5:6. Mit einer verwegenen Taktik brachte man die eigentlich mit allen Wassern gewaschenen Gäste mehr und mehr in Nöte. Die Buchener saßen in der Folge klar am längeren Hebel. Auch der Trainer der Hausherren machte diese Feststellung und wollte mit einer Auszeit gegensteuern. Nun folgte eine Phase der Partie, in der der TSV vielleicht zu wenig und der TV Friedrichsfeld 2 irgendwie zu viel aus seinen Gelegenheiten machen durfte. Von außen wirkte es als müssten die Odenwälder deutlich führen, jedoch wies die Hallenuhr nur ein 15:15 aus. Mit einem Doppelpack stellten die Buchener in kurzer Folge auf 15:17. Der Vorwärtsdrang wurde dann allerdings wieder jäh unterbrochen. Das Spielleitende Gespann Höpfner/Stasch verhängte bereits die zweite Strafzeit gegen Simon Röckel, der an diesem Nachmittag nicht in den Genuss einer progressiven Auslegung des Regelkatalogs kam. Mit einem verbliebenen Tor Vorsprung ging es in die Pause. Mit der eigenen Leistung konnte man zu diesem Zeitpunkt durchaus zufrieden sein und man wollte mit dem gleichen Tatendrang auch in den 2. Durchgang starten.

Dies gelang nur bedingt und so durften die Hausherren die Partie drehen. Dass die Partie mindestens auf Augenhöhe stattfand demonstrierten die folgenden Minuten. Im Gleichschritt erzielte man Tore und beide Teams spielten ohne großen Einfluss von außen. Auch weil die Buchener Defensive kurzzeitig den Faden verlor. Zum Beginn der Schlussviertelstunde nahm der TSV diesen jedoch langsam wieder auf und minimierte den 3-Tore Rückstand Zug um Zug. Auf das 28:26 durch Simon Röckel konnten die Gastgeber nicht antworten, sondern wurden abermals zum Kontrollverlust über das Spielgerät genötigt. Der folgende Konter sorgte für den Anschluss zum 28:27 und weitere Konfusion im Friedrichsfelder Spiel.

Eine kuriose Szene trug sich dabei in Höhe der Buchener 7m-Linie zu, bei der Kontrollverlust über das Spielgerät, Kontrollverlust über den eigenen Körper und final, das Spielgerät im Gesicht eines Buchener Abwehrspielers, zu dessen Disqualifikation führte. Die herbeigeführte Überzahlsituation spielten die abgezockten Friedrichsfelder nun routiniert aus und setzten gleich noch einen drauf. Das 31:28 wurde dann noch einmal mit einer Suspendierung garniert. Die letzten beiden Minuten hielt man sich auf Seiten des TSV Buchen dann zurück um nicht noch in ein unnötiges Rückzugsgefecht mit den Beteiligten zu geraten. Am Ende wurde eine 33:28-Auswärtsniederlage mit dem bittersten aller Beigeschmäcke ins Protokoll notiert. Irgendwie schien sich für die Buchener Spieler nichts an dieser Partie nach einer Niederlage anzufühlen – abgesehen vom Ergebnis. Auch die Hausherren wirkten beinahe verdutzt ob des Ergebnisses und begannen erst sehr gemächlich mit den Feierlichkeiten zu diesem Big-Point, mit dem sie sich endgültig aus der Abstiegszone verabschiedet haben sollten.

Für den TSV Buchen geht es kommende Woche in Bammental weiter. Die Fahrt dorthin wird deutlich kürzer und vielleicht auch das Ergebnis erfreulicher. Die Chance auf den Klassenerhalt besteht für den TSV nach wie vor und ist immer noch nicht unrealistisch.

 

Beste Schützen:    S. Weimer 9 Tore (TSV Buchen), J. Lippe 10 Tore (TV Friedrichsfeld)

Zeitstrafen: TSV Buchen 8 x 2 Min, TV Friedrichsfeld   1 x 2 Min

7-Meter: TSV Buchen 0/2, TV Friedrichsfeld 3/2

 

Es spielten: Nirmaier (Tor), Djapa (Tor), Kraft (3), Große (2), Michael (2), Beck (3), Zuzarovski, Weis (1), Schulze (1), Schmitt (3), Röckel (4), Weimer (9)